Jugendherberge Burg Altena

Die Burg Altena – die Wiege des Jugendherbergsgedankens und erste Jugendherberge der Welt

Stolz thront hoch über dem Lenneufer die Burg Altena. Sie wurde Anfang des 12. Jahrhunderts durch die „Grafen vom Berg“ errichtet, um die auch damals schon wichtigen Handelsstraßen an ihrem Fuße besser absichern zu können. Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Burg zum Stammsitz des Grafengeschlechts zu Altena, die sich später „Grafen von der Mark“ nannten. In ihrer wechselvollen Geschichte beherbergte die Burg Altena später eine Garnison, ein Krankenhaus und sogar ein Gefängnis. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die zur Ruine verfallene Burg restauriert und erhielt ihre heutige Gestalt. Bekannt ist die Burg Altena aber nicht nur als eine der schönsten deutschen Burgen, sondern, weil sich von ihr ausgehend eine weltumspannende Idee in Bewegung setzte:

Im Jahr 1912 gründete hier der Volksschullehrer Richard Schirrmann die erste Jugendherberge der Welt, die bis zum heutigen Tag besteht. In den originalen Räumen befindet sich heute das Weltjugendherbergsmusem. Die Jugendherberge hat unterdessen in den Burgmauern eine neue Bleibe gefunden. Sie verfügt heute über 60 Betten.

„Unterkunft für alle“, so lautete der Slogan in Altena, und Schirrmann selbst war der erste Herbergsvater auf der Burg. Aber natürlich wollte dieser seine Idee in die Welt hinaustragen und für deren Verbreitung in aller Welt sorgen.


Dokument zur Gründungsversammlung der "Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Jugendherbergen" (IYHF) - 1931 in Amsterdam mit den JH-Vertretern aus: Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Holland, Irland, Norwegen, Polen, Flandern, Tschechoslowakei und der Schweiz

Altena im Herzen des Märkischen Kreises gelegen, ist
eine Stadt der Gegensätze: zum einen die
Industriestadt, in der seit vielen Jahren insbesondere
Drähte aller Art hergestellt werden, zum anderen der
naturnahe Ort, inmitten saftiger Wälder.





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Die Burg Altena im Jahre 1949, zum 40jährigen Jubiläum des DJH


Die Gründer des DJH Richard Schirrmann und Wilhelm Münker beim 40 jährigen Jubiläum im Jahr 1949

Sehr schnell wurde der Herbergsgedanke nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland dankend aufgenommen und nachgeahmt. Von Altena ausgehend fasste die Bewegung vor allem in Holland, England, und Schottland Fuß. 1931 existierten in Europa bereits zwölf Jugendherbergsverbände mit rund 2.600 Jugendherbergen. Die Anzahl der Häuser wuchs rapide und damit auch das Interesse der Verbände, sich untereinander auszutauschen. So kam es vom 20. bis 22. Oktober 1932 in Amsterdam zu einem ersten Treffen von 22 Delegierten aus Deutschland, Schweiz, der Tschechoslowakei, Polen, den Niederlanden, Norwegen, Dänemark, Großbritannien, Irland, Frankreich und Belgien. Unter dem Vorsitz von Richard Schirrmann stellte man gemeinsame Richtlinien auf und einigte sich auf einheitliche Mitgliedskarten und Piktogramme, unter anderem das blaue Dreieck als Wegweiser zu den Jugendherbergen. Das Wichtigste war aber, dass die Teilnehmer sich rückhaltlos zum Grundsatz der gegenseitigen Gleichberechtigung und Achtung bekannten.

Im Jahr 1937 schließlich trat Deutschland aus dem internationalen Verband aus. Das Jugendherbergswerk war längst von den Nazis gleichgeschaltet und sein Gründer Richard Schirrmann mittlerweile ins Private vertrieben worden. Bereits 1950 jedoch wurde Deutschland einstimmig wieder in den internationalen Verband aufgenommen. Weltweit erlebte man in den Folgejahren einen atemberaubenden Wachstumsprozess: Überall entstanden neue Jugendherbergen und ermöglichten es jungen Menschen, die Welt und einander näher kennen zu lernen. Die Jugendherbergen haben den Sprung in die Moderne geschafft. Geblieben ist der Grundgedanke: Sie sind Orte der Begegnung von Menschen aus aller Welt.

(Markus Quast)